Graf Reuß.
Nicht, wie vielleicht Ihr sorgt, weil ihre Herzen
Ihm lauer schlügen, als die unsrigen!—
Es trifft ungünstig sich für die Supplik,
Daß Kottwitz fern in Arnstein kantoniert,
Gesondert von den andern Regimentern,
Die hier, bei dieser Stadt, im Lager stehn.
Dem Blatt fehlt es an Freiheit, leicht und sicher,
Die Kraft, nach jeder Richtung zu entfalten.
Natalie.
Gleichwohl fällt, dünkt mich, so das Blatt nur leicht?—
Seid Ihr gewiß, Herr Graf, wärt Ihr im Ort,
Und sprächt die Herrn, die hier versammelt sind,
Sie schlössen gleichfalls dem Gesuch sich an?
Graf Reuß.
Hier in der Stadt, mein Fräulein?—Kopf für Kopf!
Die ganze Reuterei verpfändete
Mit ihren Namen sich; bei Gott, ich glaube,
Es ließe glücklich eine Subskription,
Beim ganzen Heer der Märker, sich eröffnen!
Natalie (nach einer Pause).
Warum nicht schickt ihr Offiziere ab,
Die das Geschäft im Lager hier betreiben?
Graf Reuß.
Vergebt!—Dem weigerte der Obrist sich!
—Er wünsche, sprach er, nichts zu tun, das man
Mit einem übeln Namen taufen könnte.
Natalie.
Der wunderliche Herr! Bald kühn, bald zaghaft!—
Zum Glück trug mir der Kurfürst, fällt mir ein,
Bedrängt von anderen Geschäften, auf,
An Kottwitz, dem die Stallung dort zu eng,
Zum Marsch hierher die Order zu erlassen!—
Ich setze gleich mich nieder es zu tun.
(Sie setzt sich und schreibt.)
Graf Reuß.
Beim Himmel, trefflich, Fräulein! Ein Ereignis,
Das günstger sich dem Blatt nicht treffen könnte!
Natalie (während sie schreibt).
Gebrauchts Herr Graf von Reuß, so gut Ihr könnt.
(Sie schließt, und siegelt, und steht wieder auf.)