Natalie (schmerzvoll).
Homburg!
Der Prinz von Homburg (nimmt die Feder).
Ich hör! Was gibts?
Natalie. Mein süßer Freund!
Die Regung lob ich, die dein Herz ergriff.
Das aber schwör ich dir: das Regiment
Ist kommandiert, das dir Versenktem morgen,
Aus Karabinern, überm Grabeshügel,
Versöhnt die Totenfeier halten soll.
Kannst du dem Rechtsspruch, edel wie du bist,
Nicht widerstreben, nicht ihn aufzuheben,
Tun, wie ers hier in diesem Brief verlangt:
Nun so versichr' ich dich, er faßt sich dir
Erhaben, wie die Sache Steht, und läßt
Den Spruch mitleidsvoll morgen dir vollstrecken!
Der Prinz von Homburg (schreibend).
Gleichviel!
Natalie. Gleichviel?
Der Prinz von Homburg. Er handle, wie er darf;
Mir ziemts hier zu verfahren, wie ich soll!
Natalie (tritt erschrocken näher).
Du Ungeheuerster, ich glaub, du schriebst?
Der Prinz von Homburg (schließt).
"Homburg; gegeben, Fehrbellin, am zwölften—";
Ich bin schon fertig.—Franz!
(Er kuvertiert und siegelt den Brief.)
Natalie. O Gott im Himmel!