Flimmer. (ließt.) „Giftmischer werden auf deutschen Boden nicht geduldet — schlaget Euch zu den Banditen in Welschland.“ — Gnädigster Herr — dahinter stekt mehr, als gewöhnlicher Menschenwiz; das ist Hexerei, oder der Satan äfft uns!

Pr. Moriz. Bedenke Dich, ob Du nicht hie oder da ein unüberlegtes Wort hingeplaudert hast.

Flimmer. Ich darf Ew. Hoheit nicht an so viele tausend Streiche erinnern, welche ich ausführte, und wodurch mir Ihre Gnade erwarb. Kein einziger verrieth einen Dummkopf, einen Stümperer und dieser einzige, einer der allerleichtesten von der Welt, dieser elende Streich sollte durch mich selber verrathen worden sein? —

Pr. Moriz. Vielleicht hat Dich Dein Weinglas, oder Dein Freudenmädchen plauderhaft gemacht. Besinne Dich!

Flimmer. Ich selber weis ja erst seit gestern um die Vergiftung; wie konnte mich in dieser Zeit ein Mädchen auslokken, da ich den ganzen Tag in dem Zimmer Ew. Hoheit Briefe schrieb, und mir nur ein Stündchen für Badnern abmüssigte! und selbst Badnern lies ich nur halb den Plan Ew. Hoheit errathen.

Pr. Moriz. Donner und Wetter, ich könnte rasend darüber werden! Wer hat denn nun geschwazt? die Wände werden doch nicht horchen und es den fatalen Briefschreibern wiederposaunen? — Und werden die unbekannten Sittenrichter nicht auch dem Grafen die ganze Geschichte schreiben und ihn warnen? — Es ist alles umsonst!

Flimmer. Fürchten Sie nichts, gnädigster Herr, fürchten Sie nichts; im Nothfall sezz’ ich meinen Kopf zum Pfande, daß der stumme Badner demungeachtet seinem Herrn den Tofanatrunk beibringen wird.

Pr. Moriz. Ich fasse Dich beim Worte. Geh auf Dein Zimmer, man soll Dich nicht eher herauslassen, bis es mir gefällt.

Flimmer. (kriechend) Allein Ew. Hoheit — —

Pr. Moriz. Fort! fort! der Teufel soll auf jeden Verräther und auf die fürchterlichen Correspondenten fahren! fort, fort! — —