„Je, was Sie sagen! nun und der war?“ —

Eine Hypothese, von der Sie sich, Herr Graf, und kein Philosoph, so lange es Philosophen gegeben hat, etwas träumen ließ. —

Holder suchte hierdurch Zeit zu gewinnen, sich auf etwas zu besinnen, und des Grafen Neugier wurde immer mehr gespannt. —

„Nun so sagen Sie doch!“

Ich behauptete, daß unser Erdenball und wir lebendige Geschöpfe auf demselben, nicht sowohl um unsrer selbst willen von der Gottheit geschaffen waren, sondern daß wir vielleicht höherer Wesen willen vorhanden sein könnten!

„Wie war das? was? warten Sie, ich muß das noch einmal durchdenken. — Aber warum denn für höhere Wesen?“

Daß dergleichen höhere Geschöpfe vorhanden sind, ist so gewiß, als unsre Unsterblichkeit — das heißt, sie sind höchst wahrscheinlich. Daß diese Wesen edlere Freuden geniessen, und nicht wie wir, an bloße Sinnlichkeit gebunden sein müssen, folgt schon uns dem Begriff höherer Wesen; es ist also leicht möglich daß wir ihnen das sind, was uns unsre Schauspieler sind. Wir lernen von den selben Moral und gute Sitten, sie von uns höhere Einsichten in die Natur der Welt, der Gottheit, des Geisterreichs, wie sie dies lernen, ist uns bei unsern kleinlichen, armseeligen Ideen eben so unbekannt, als manchem lüderlichen Komödianten, daß man durch das Schauspiel ein besserer Mensch werden könne.

„Wir wären also für andre geschaffen? wir nicht unsrer selbst wegen?“

Sollt’ es nicht möglich sein?

„Das wäre mir aber sehr ungelegen.“