Florentin. O dies Strumpfband, (indem er es hervorzieht) sei mir eine ewige, heilige Reliquie!
Louise. Dein Recht daran ist izt verfallen. Ich fodre es zurük.
Florentin. Nein, ich kann es nicht wiedergeben.
Louise. Wie leicht könnte unsre Liebe dadurch verrathen werden! eben das Band, das uns zusammenführte, würde uns auch wieder trennen.
Florentin. Trennen?
Louise. Gesezt es verlöre sich aus Deinen Händen. Mein Name ist darin gestikt, und mehrern bekannt; denn das Fräulein v. Gülden ist die Weberin desselben, sie zeigte es schon vorher vielen Freundinnen, ehe sie mirs zum Geschenk brachte.
Florentin. Ich will es unter drei Schlössern verwahren!
Louise. Dein eigner Stolz würde die drei Schlösser wieder zerbrechen, was vielleicht keine Gewalt des Diebes vermögte. Oh, ich weis es, wie sehr es euch, ihr jungen süssen Herrchen, küzzelt, mit den Trophäen zu prahlen, um die ihr die armen, besiegten Weiber geplündert habt. — Und Dir, lieber Graf, würde ich es kaum verdenken, wenn Du endlich der Versuchung unterlägest; denn eine Prinzeßin besiegt zu haben, ist zu schmeichelhaft.
Florentin. (ernsthafter) Und so verkennt mich Louise selber?
Louise. Ich lasse nicht ab. Ich verlange es zurük; es sei unter welchen Bedingungen es wolle, ich verlange es zurük. — Willst Du daß ich Dir tausend freiwillige Küsse dafür gebe?