Wohl stürmten die Glokken, wirbelten die Trommeln, rasselten die Waffen der zusammenströmenden Kanelleser. Borghemo hörte die seltne Musik. Jach sprang er auf in einsamen Zimmer, haschte er sein Schwerd, und stekte die Pistolen in seinen Gürtel.
„Freiheit! Freiheit, du kömmst?“ rief er entzükt: „Ha schwarzen Brüder, fürwahr jezt muß ich Eure Macht anerkennen. Borghemo ist Eures Bundes nicht unwerth; schwarzen Brüder, ich leiste meine Pflicht! — Aber du, großer Fiorentino, du bist anbetungswürdig! — o wie konnt ich dich einst mißverstehen Fiorentino, ich wasche in dieser Nacht mit Blut mein Vergehen rein; Fiorentino, ich streite, siege oder falle unter deinen Augen!“
Er riefs, drükte sich den Hut tief ins Angesicht und wollte hinausfliegen, als sich plözlich die Thür öffnete und Giovanni Borsellino mit mehrern Exulanten hereintrat.
„Heil unserm Vaterlande!“ riefen die Kommenden, und der Jüngling Borsellino hing am Halse seines Freundes Borghemo.
Borghemo. (bestürzt) Wie? woher kommt Ihr Landesverwiesne?
Giovanni. Geradeswegs aus dem Exil. Ha Borghemo, sollt’ ich Euch allein in Kanella die Freiheit erkämpfen lassen? — Erinnerst du dich nicht, daß die Borsellinen von Anbeginn jedesmahl da standen, wo die Gefahr am furchtbarsten war?
Borghemo. Wo ist der alte Eo?
Giovanni. An der Spizze aller Verwiesnen und Misvergnügten im Kanellesischen Gebiet. Das ganze Land ist in Bewegung.
Borghemo. Herrlich, herrlich!
Giovanni. Bruder, wo find ich den Fiorentino von Duur? Ich muß den Mann sehen, der die ganze Maschine des verdorbnen Staats mit seiner Riesenfaust zermalmt.