„Was denn?“ fragt’ er zärtlich.

„Mich nicht mehr — — — ach, lieber Holder!“ sagte sie stockend und schlug ihren Arm um seinen Nacken.

„Würde mich Idalla gern verlieren?“

„Ich antworte Dir nicht.“

„Gute Idalla!“ seufzte er, und starrte ihr ins freundlich-traurige Auge.

„Was willst Du?“ lispelte sie unruhig, und ihr Busen erhob sich. Der Mond brach in diesem Augenblick durch ein falbes Gewölk und überströmte die unbefangne Engelsmiene dieser kleinen Heiligin mit einem verklärenden Glanz. Holdern ward, als wär er verzaubert in eine wunderbare Feenwelt; als wandelt er neben einer Ueberirrdischen. Das feierliche Schweigen allgemein umher; nur dann und wann ein melancholisches Aufmurmeln der fernen Wellen; das magische Helldunkel der Landschaft, der grelle Wechsel und Contrast des tiefsten Schattens und hellsten Silberlichts — alles wirkte sonderbar auf sein empfindsames Herz.

„Holder, lieber Holder!“ sagte endlich nach einer langen Pause die schöne Insulanerin, und wußte nicht, oder sehnte sich nicht, mehr zu fragen. Aber unwillkürlich entschlüpfen ihren Lippen die Worte: „Ich mögte wohl etwas wissen von Dir.“

„Und was denn?“

„Ob ich — ob Du — ob Du meines Vaters Grab weißt?“

„Eine seltsame Frage. Nein ich weiß es nicht.“