„Duur!“ rief sie endlich halbböse: „wissen Sie nicht mehr, wie viel drei ist? Oder bedeutete drei in Ihrem achtzehnten Jahrhundert mehr, wie bei uns? — Sie haben nun wohl zehnmal geküßt.“
„Ich bin im Himmel!“ rief er: „und im Himmel soll ja Seligkeit seyn ohne Aufhören!“
„So werden sich dereinst die zehntausend Jungfraun vor Ihnen in Acht zu nehmen haben.“
„Nur eine, und die wären Sie!“
Sie wollte antworten, aber — die Sylben erstarben in einem langen Kusse.
Die Gondel schwebte langsam über eine unabsehbare wellenförmigte Ebne falben Dufts, und des Aethers reines Ultramarin wölbte sich oberwärts herab.
Duur wähnte sich in die Zauberwelt der Träume verirrt zu haben.
Majestätisch tauchte sich der Kahn wieder hinunter in die zerfliehenden Wollen — ha! und mit niegesehner Pracht zeigte sich in tiefer Ferne unten ein Weltkörper, welchen Duur nicht für die Erde anerkennen wollte.
„Wir sind nach dem Mond hin verschlagen!“ jauchzte er an Rosaliens Seite, die den naiven Mann und sein anhaltendes Erstaunen mit stiller Freude beobachtete.
Reglos, wie eine buntilluminirte Landcharte mit ihren Meeren und Provinzen, lags unter ihm ausgespannt. Wald und Wiese, Gebürg und Bach schwammen einförmig in einander verschmolzen in der Tiefe.