Die Inder hatten das Mädchen auf einen Felsblock gelegt und zwar so, daß die Arme und Füße herabhingen. Ein Mann hielt die beiden entblößten Arme Nellys fest, ein zweiter die Füße.
So war die halbenthüllte Brust frei und emporgereckt, und neben ihr stand der dritte der Männer, der ehemalige Brahmane.
Die Linke preßte er auf den Mund Nellys, damit sie nicht schreien konnte. In der Rechten aber hielt er eine jener dolchartigen Klingen, wie sie die Inder immer mit sich führten.
Seitwärts aber knieten die beiden letzten Inder auf dem Boden und streckten die Arme flehend nach der Stelle aus, wo leichte Dämpfe auf einem Wasserkrater emporstiegen.
„Brahma, Brahma,“ riefen sie mit halblauter Stimme. „Höre das Flehen deiner treuen Diener. Sieh, wir bringen Dir ein Opfer dar, ein junges Mädchen. Das Blut des Opfers soll fließen und uns das Paradies öffnen. Brahma, öffne uns Deine Arme, Deine treuen Diener sehnen sich nach Deinem Anblick.“
Mors wußte in wenigen Augenblicken, was hier geschehen sollte.
Diese Inder befanden sich im Banne des finsteren Aberglaubens, sie wollten Nelly töten, um sich Einlaß in ein hier vermutetes Paradies zu verschaffen.
Der unheimliche Brahmane wartete nur, bis das Gebet seiner Gefährten zu Ende war. Nun hob er das Messer und wollte die Klinge in Nellys Brust stoßen.
Wenn Mors jetzt noch einen Augenblick zögerte, war das junge Mädchen verloren.
Mit furchtbarem Satz schwang sich der Luftpirat über den nächsten Steinblock.