Gloria Rawlinson, wunderschön in weinroter Affenhaut, wie es dann im „Herald“ hieß, fuhr mit her grace of D. und Monseigneur. Auch die Cadogans waren dabei, du Perron, die liebliche Margot, Quadrupedescu, Muriel Hitchcock, die Raeburn-Girls. — Horus war nicht dabei, wußte nichts von dem Picknick, hatte sich in der Nacht der Rettungsexpedition angeschlossen.
Die Damen Waanebeeker — dunkel, doch nicht in Crêpe — erwarteten unterdes auf ihren Zimmern die Ankunft des Anwalts aus Zürich.
„What a beautiful boy,“ sagte die Principessa Dango — als Italienerin von Rang sprach sie meist englisch, hob das neronische Einglas aus Smaragd in die Richtung des pauvren Fadens der Rettungsmannschaft, die, jetzt ganz nah, sich mit ihren Schaufeln in den Lawinenkegel einzuwühlen versuchte; so aussichtslos für diese Wenigen, denn zerrissene Bäume und Geröll mischten sich überdies den Schneemassen.
„What a beautiful boy,“ wiederholte die Princesse macabre.
„O, Elcho — — hallo, Elcho!“ und Archie winkte mit der Serviette —
„Principessa kennen ihn noch nicht? Berüchtigter Sklavenhändler aus dem dunkelsten Osten oder so was. Eigne Jacht — first rate. Gar nicht so jung, wie er sich macht. Steht mit seiner Schwester oder Tochter in Beziehungen, die das Gesetz nicht gerne sieht, gibt sie daher für seine Gattin und indische Prinzessin aus, streicht sie auch olivenfarben an, das verwischt die Ähnlichkeit. Sperrt sie im übrigen meist ein, mit einem chinesischen Drachen als Wache, und gibt ihr nichts zu essen; die arme Puppe hat noch kein geradegewachsenes europäisches dinner zu kosten bekommen.“
„Es ist etwas dran, sie sehen sich irgendwie ähnlich,“ mischte sich her grace of D. wohlig angeekelt ins Gespräch, „wie skandalös — ein Familienzug in den Bewegungen — auch die leichten langen wagrechten Augen, nur daß seine hell und ihre dunkel sind oder scheinen sollen, wissen kann man es ja nicht genau, bei diesen lächerlichen Wimpern.“
„O, die Wimpern,“ jubelte Archie. „Sir Osmond, erzählen Sie doch die Geschichte mit den Wimpern.“
Der schmunzelte: „Keine Geschichte — ein Wort höchstens. Nun, Sie wissen ja, wie Madame Bavarowska ist — scharmante Frau — nur ein bißchen Steinzeitpersonnage. Wir waren alle zusammen in dem gleichen Hotel in Paris. Madame Bavarowska sitzt neben dieser jungen Prinzessin oder Miß Elcho oder Mrs. Elcho, wie Sie lieber wollen. Plötzlich greift sie nach diesen berühmten Wimpern — zupft ein wenig daran, besieht ihre Handschuhe auf Koholspuren, findet keine, fragt ägriert:
„Wie macht man das.“