„Und da war ein Weib, das hatte den Blutfluß zwölf Jahre gehabt und viel erlitten von vielen Ärzten und hatte all ihr Geld darob verzehret und half sie nichts, sondern vielmehr ward es ärger mit ihr.“
Der Großfürst schmunzelte. Und es schmunzelte noch weit über die Tische hin und wieder zurück zu Simon. Da war es aber schon etwas in Gärung übergegangen. Und es gor:
„Wart, altes Beast. Hab ich dich erst unter dem Messer gehabt, sollst du mir für den Rest deiner Tage so schön jede halbe Stunde in dich hineinvomieren, daß dir keine Zeit bleibt, verdiente Männer mit deinen Niederträchtigkeiten anzuspeien.“
Und von nun an summste er devot ausschließlich um den Großfürsten herum.
Versöhnlich reichte sie ihm nach aufgehobener Tafel die Hand, und als er sich darüber neigte:
„Also darf ich Sie morgen pünktlich um elf Uhr zur Untersuchung erwarten; ich sehe Ihrem Urteil mit so viel Ungeduld als Vertrauen entgegen.“
Dann auf Ithnan hinter sich weisend: „Sie haben keinen Diener bei sich, darf ich Ihnen den meinen für morgen anbieten?“
Simon nahm dankend an. Es war ihm heute genant gewesen, etwas ungepflegt sogleich nach der Reise vor dem Großfürsten zu erscheinen, da dieser viel auf Äußeres gab, ja Leuten, deren Physiognomie ihm nicht paßte, einfach den Rücken zu drehen nicht ungewohnt war. Simon wollte Stirnbinde und Ohrenklappen auf alle Fälle heute Nacht anlegen.
Restlos durchlichtet wurden die Ereignisse dieses nächsten Vormittags nie.
Der Coiffeur beteuerte jedem, der es hören mochte, seine Unschuld.