Man drängte um die Archäologen: ratbedürftig.
Dr. Hafis meinte schließlich versonnen:
„Gott straf mich, aber es ist doch eine Hose. Eine Hose, die bis zum Dekolleté hinaufreicht.“
Murren entstand. Wer rede denn vom „hinauf“. — Beim „hinunter“ beginne doch erst das Problem.
„Wissen Sie denn, was eine Hose ist?“ frug Horus.
„Nun, wissen Sie es?“ klang es zurück.
Er überlegte: „Mir scheint eine Hose ihrem Wesen nach aus drei Teilen zu bestehen. Zwei Röhren und einem Verbindungsstück. Dieses Verbindungsstück will offenbar hier fehlen, die beiden Röhren scheinen lediglich durch ein im Fadenkreuz schwebendes Feigenblatt aus Mondsteinen einander fragil anzuhangen. So fragil, daß es dort ganz ohne Reißnägel wohl nicht abgehen dürfte. Es sind also auch Märtyrermotive in die Toilette verarbeitet. Ein Drittel Kreuzigung etwa auf zwei Drittel Hose.“
„Was folgt daraus?“ gab Hafis ungerührt zurück.
„Daß es unanständig ist,“ entschieden die Damen, und enteilten mit diesem Urteil wie mit einer Köstlichkeit — rasch, ehe ein neuer fachlicher Gesichtspunkt Revision erzwänge. Sie irrten schwer. Unanstand fiel in ein so anderes Reich — vor der Princesse macabre verlor es jeden Sinn.
Sie tanzte wundervoll, in fast schmerzhaft geschlossener Vollendung. Nur mit Machado Magalaes, dem professional und hors concours. Sie tanzte weder um Gottes, noch um des Mannes, noch um des Tanzes willen. Nicht einmal mehr — narzißhaft — für sich selbst. Auch periphere Sehnsucht hatte sich ihr von den eigenen Gliedern gelöst, hinüber in das Gewand. Für dieses tanzte sie — entflammte sich an ihm; verzehrt von seinen ewigwechselnden Ansprüchen an Leib und Seele, wie von dem launenhaftesten Geliebten. Nach kläglichen Versuchen zur Untreue — zu ihm kehrte sie stets als ihrem vielseitigsten, raffiniertesten Gebieter zurück.