„Reise“ — erinnerte sich Frau Geheimrat, im Rucksack kramend — „hast du am Ende das Reisebesteck vergessen? — Vater braucht den Pfropfenzieher.“

„Nun, Fritz, wie geht es weiter,“ examinierte Mehmke, „in deinem ‚Goethe für Jungens‘ hast du’s ja beinahe unverkürzt.“

Aber Fritz maulte: „jetzt is Ferien.“ Und er intonierte das Lieblingslied von jung und alt:

„Mariechen,

Du süßes Viechen,

Sie ist eine ne—te—te—te,

Diva von der Oper—e—te—te—te.“

Da es ihm seine Mutter oben verwies, quäkte er es um so lauter etwas weiter unten bei den Kühen, kam aber bald zurück, denn man leerte aus den Rucksäcken Konserven in die Natur, die Fransen von Mehmkes Plaid schwammen schon im Sardinenöl. Man kaute und schrieb zwischendurch Ansichtskarten. Männer entfalteten markig das Abendblatt; weise diesem zeitungslosen Sonnenaufgang entgegengespart. Es war voll der neuesten Pariser Sensation: dem Hosenrock. Seit Wochen flossen die Gazetten aller Parteirichtungen über von Bulletins. Würde er sich wirklich auch außerhalb Frankreichs als Mode durchsetzen? Unmöglich ... bei keiner anständigen Frau ... die Entrüstung war allgemein.

„Geiler, welscher Tand.“ Dallmeyer röhrte auf germanisch.

Margrinchen zeigte ihm, wie mühelos ihr eigner Rock aufzuknöpfen sei: entarteter Abkömmling eines verjährten Pariser Schlitzmodells, nur daß sein planlos Affenhaftes hier ins stockend Barbarische geraten war.