Und schmeiß mich Sündenlümmel
In deinen Freudenhimmel.“
Hazel hatte erklärt, dies spreche am reinsten zu Herz und Seele des niedren Volkes und ziehe es aus stumpfer Verworfenheit ans Licht. Damen der ersten Gesellschaft seien bei der Heilsarmee, und nun ginge sie definitiv anders gekleidet als Gwen. Hier geschah es also eines Blusenschnittes wegen. Kompliziert aber harmlos.
Sonntagnachmittag beim high tea in Wroxton Abbey warf Sir Osmond einen chokierten Blick aus der „Morning post“:
„Furchtbar die Enthüllungen im Parlament über Deutsch-Ostafrika. Diese Greuel an wehrlosen Eingeborenen.“
Man sah einander voll Unwillen tief und edel in die Augen.
„Sind denn Kupferminen gefunden worden?“ —
Dr. Hafis, der einzige Deutsche, betrachtete interessiert seine Nägel. „Oder Silber? Richtig, beg your pardon, Kupfer, das war ja bei den Kongogreueln.“
„I do not quite grasp ... ich verstehe nicht ganz.“ Sir Osmond versteifte sich rosenfarben. Hafis gähnte ein wenig.
„Nun, ich meine das seit fünf Jahrhunderten Übliche: gehört das Land mit dem Kupfer noch Eingebornen, dann erwacht das christlich-angelsächsische Gewissen, und ihr schickt so lange Missionare hin, um ihre Seelen zu retten, bis die armen natives sich schließlich Luft machen; laßt auf diese Art die Greuel an den Missionaren begehen und steckt, um die Missionare zu schützen, das Land mit dem Kupfer ein. Oder das Land mit dem Kupfer ist schon früher von andern Weißen gestohlen worden, dann laßt ihr wieder von diesen Andern die Greuel an den Eingebornen begehen und steckt diesmal das Land mit dem Kupfer aus Gewissenhaftigkeit ein, um die Eingeborenen zu schützen. Als es aber Gold war, da mußten dreißigtausend wehrlose Burenfrauen und Kinder dran glauben — an euer Gewissen.“