Wird aber eines Tages der innre Lenker wach — wach über alles —, sieht er sich von der ersten Stunde Gebieter über ein erlesenes Heer von Wonnen: dem Gefolge im Märchen, das lang vor seinem Herrn erwachen soll, den Traumbann abtun, sich schmücken, festlich bereiten, dienend zur Stelle sein, wo es am Schönsten wird: bei seines Prinzen Auferstehen.
Als der Knabe Gargi den Strand hinauffliegen sah, in der jungen Herrlichkeit eines Pfeils, vom Bogen der Spannungen entsandt, trieb ihn erst reine Beutelust ihr nach, auch das Glück, von ganz nah die Sprungsehnen in den langen Kniekehlen spielen zu sehen, dort wo die Haut fast unirdisch wird.
Doch Reiz ist Schönheit in Bewegung. Sein Blut riß ihn über den Blick hinaus, begann nach den Flammen ihrer Anmut zu schwingen, wie am Morgen nach dem Atem des Rhajputen. Groß und unruhig wurde die Luft. Schwüle strich ihm um die Flanken. Schwoll durchs Adernetz. Sie halten — umschlingen — tragen — beißen, es war nichts, aus taumelndem Bewußtsein schrak er auf mit dem manischen Drang, ihre Stimme zu küssen, ihr Fliehen, ihr Leben: dort ganz dort. Auch ihm nur mit der Essenz seines Lebens erreichbar.
Vor ihm her strahlte sein Begehren. Leckte hinüber in ihr fliehendes Blut. Stahldunkel vor Gewalt, schoß es über sie hinaus. Da wurde sie zu einer einzigen flirrenden Linie der Flucht und genoß die Härte ihres kindlichen Schoßes.
Die Frau will die Erwartung — der Mann die Erfüllung. Lief wie sie noch nie gelaufen. Spürte an der Bestürzung ihres Herzens seine wachsende Nähe. Auf einem neuen Schauder kam er heran. Ihre Adern keuchten das weibliche: noch nicht — noch nicht. Ein manischer, wahndunkler Trieb: immer den gleichen Abstand zwischen sich und der Erfüllung wahren. Sei es um den Preis der Erfüllung selbst.
Nicht enden sollte die berauschende Angst.
Nie mehr enden die pulsende Not.
Und Freude an der Not.
Überhangen bleiben mit allen süßen Möglichkeiten.
Dauern in einem Weltenbrennpunkt unaufhörlichen Begehrtseins.