Das Fletschende des durchgegangenen Kleppers: „aller Starrsinnigkeit Freund, glasaugig und rauh um die Ohren“, das war alles von Samossy wie abgefallen ... Des Plato edles Roß: die erinnernd sich neubefiedernde Seele allein stieg und stieg, auf dem Rücken der Himmel stehend und zu dem wahrhaft Seienden das Haupt emporgerichtet.

Dann schloß Samossy einen Augenblick die Lider, lehnte sich vor und bat, die Stirn entspannt in ungewohnter Milde:

„Erzählen Sie mir von dem Kristallei, in dem Sie ausgebrütet wurden.“

Und Horus erzählte: vom Haus der Elchos. Von Menschen, Tieren und Liebe ... Und zum Dank für diese Nacht manches von Erasmussens letzten Arbeiten. Sollte er ihm auch von dem Führer sprechen, der nicht stets im Fleische war? Von dem Aschenauge, unter dessen Blick sein Wesen rhythmisch wechselnd eintreten durfte in immer neue schwingende Zahlen? Ihm andeuten, was es hieß, im Leib dieses Schwingenden sein und durch die Farben gehen? Doch nein, da war eine Grenze.

Das Licht wurde fad. Jene Schemel voller Schriften ringsum, die Spielzeughunden glichen, ließen auf einmal in der Dämmerung ihre Leinen hangen, wie über etwas ertappt.

Morgen. Wirklich am selben Morgen noch würde sich dieser Hirnstern in eine so schmutzige, unwürdige Hand gefangen geben. War diesem Gelehrten nirgends gelehrt worden, auf eine edle und mannigfaltige Weise nicht nur zu denken, auch zu lieben? Ja, ein Hirnstern. An dem hing nun der übrige Geschmackskrüppel: der Sinnenkrüppel.

Nur das Gehirn war ihm davongewachsen.

Er selbst blieb zurück, eingeschrumpft, eingegeilt zum Fetischisten, den Seim des Glücks an einziger armer Ekelstelle suchend, mit kläglich verknotetem Gesicht, voll Scham, Sucht und Wut, statt mit des mächtigen Eros ewigem Antlitz.

Zögernd stand der Gast auf.

„Bleibt es dabei — heute?“