Sie trug es, wie man mit dem Gefährten auch schlechte Zeiten trägt. Die Zeit der Wahl lag lang schon hinter ihr.
Nie ging er mit bis zum Hotel; kam es in Sehweite, nahm er Abschied. Endlich in ihr Staunen hinein, gereizt, daß sie ihn nicht von selbst begriff:
„Der Portier sieht mich bereits ein wenig sonderbar an — deinetwegen. Unter diesen Philistern muß man vorsichtig sein.“
Sie lachte ein wenig traurig:
„Und wie war das mit den freien, modernen Menschen?“
„Oh, du bist frei.“ Sie dachte: ja, vogelfrei. „Ich aber, als Grundbesitzer hier, bin von der öffentlichen Meinung in hohem Grade abhängig, brauche auch den Sindaco für allerhand Konzessionen.“
Wie praktisch, als Sturmbock gegen Weltdummheit und Bosheit benutzte er allein die Frau, ließ sich den Preis für seine Ideale von ihr bezahlen.
Zwei blaugoldene Wochen verspielte sie mit Charmion am Gardasee, gab dem Kinde ein pausenloses Fest. Ganz für sich blieben die beiden, begafft nur von morgens bis nachts, in dem einzigen Hotel des Orts von Kaum- und Halbbekannten, denn die Welt ist unerträglich eng.
Da kam eines Tages aus Genua ein Dokument zur Unterschrift, darin Ralph Herson die Vormundschaft und sonstigen Rechte an dem Kind übertragen wurden.
Sie staunte. In wenig Wochen der legitime Vater, was brauchte er noch dies?