Sie blieb, was immer geschah. War geblieben als Haushälterin, Maitresse, uneheliche Mutter, Zutreiberin, Komplize. Wartete, schlau und zäh, bis er ermüdete, und doch vielleicht noch ihre Stunde kam.
Er machte eine milde, bedauernde Bewegung mit der Hand.
„Ein Wesen, das mir so lange nahe stand: Ich mußte die Behörden verständigen, zu verhindern suchen, daß sie verschleppt werde, in einen asiatischen Harem. Daß eine Dame so weit sinken konnte?“
Dann, mit großen, braunen Augen, gerührt:
„Ich aber hab’ ihr längst verziehen.“
„Brangäne“ nickte verzückt:
„Du bist ja so gütig.“
Anmerkung: Das Zitat Seite35 -39 stammt von Theodor Fechner. Dem Vedanta Entnommenes folgt Prof. Paul Deussens Übertragung aus dem Urtext. Sir Galahad
Im Palast des Minos
Mit 12 Tafeln und einem Plan
2. Auflage
Zeiten und Völker, Stuttgart: Keine leichte Lektüre, dafür aber gehaltvoll und von tiefgründigem Wissen zeugend ist das Buch von Sir Galahad „Im Palast des Minos“. Von den Ausgrabungen Arthur Evans zu Knossos auf Kreta und den dabei gemachten Funden ausgehend, schildert das treffliche, mit 12 Autotypietafeln und 1 Plane des Palastes zu Knossos ausgestattete Buch des kunstsinnigen, namentlich auch auf dem Gebiete der Keramik wohlerfahrenen Autors, das Reich des Königs Minos in solch anziehender und mit einer Fülle tiefer Gedanken verwobener Weise, daß wir im textlichen Teile gern noch auf das bedeutsame Werk zurückkommen werden.