Noch hatte er an Gargi nicht die Zumutung gestellt, um seinetwillen ihr Kind so lange allein zu lassen. Besonders, da Jü-Chuan, von der er Liebe, doch niemals Kinder so fremder Rasse sich gewünscht, nach China heimgekehrt war, um eines Jugendfreundes erste Frau und Mutter seiner Erben zu werden. —
Da nahm sie die Pein des Wortes von ihm. Dem ungeheuren weißen Dasein endlich so nah, war er in seliger Versunkenheit zu den Kraftanlagen, dann durchs Haus der Elchos gewandert, vom Orgel- bis zum Statuensaal. Blieb, das Wesen der Pallas und Nausikaa im Blute, wie grüßend vor einer Kore stehen: „Bald werde ich dich leben spüren.“
Da rührte ihn eine Stimme an — ganz zart:
„Darf ich sie suchen helfen?“
Er beugte sich über ihre lange Hand: „Meine liebe Gazelle.“
Zweites Buch
Europa nahte.
Durch schweren Nebel pflügte sich die Jacht Marseille entgegen. Nur draußen vor Aden hatte sie Kohlen eingenommen. Orient zum letztenmal.
Wie losgelöste Stücke rotbrünstiger Klippen, waren ihr von der Steilküste nubische Knaben entgegengesprungen in eine kobaltblaue See; zwischen den Lippen Dolche und auf ihre feuerfarbnen Schöpfe festgebunden Amphoren aus buntem Strohgeflecht, gefüllt mit lieblich freien Dingen handwerklichen Spiels. — Man hatte die Knaben beschenkt, doch nicht jäh entlassen, so dankten ihre Körper durch Tanz auf der Violinenbrust des Decks; warfen aus blanken Gliedern empfangene Freude den Spendern zurück.
In der Reeling spiegelten sich, metallisch ins Messing gewölbt, breite Nilaugen, wie nasse Kastanien braun und weiß, und Hennarot schroffer Schöpfe.