Er sprach: „Peru hat Peruaner. Japan hat Japaner. Warum hat die Schweiz keine Schweizer?“
„Es muß doch welche geben,“ meinte Sir Osmond, „existiert da nicht ein Präsident?“
„Wie heißt er?“ Niemand wußte es. Der erste Nachtportier, der Barkeeper, fünf Lungerknaben, der Manager, alles wurde gerufen. Keiner wußte, wie der Präsident der Schweiz hieß.
„Sehen Sie wohl,“ triumphierte Porphyrio, „es gibt so wenig einen Präsidenten als ein Schweizervolk; dies haltlose Gerücht wird aus Reklame oder Gott weiß weshalb von der ‚International Alpenglühen limited‘ ausgestreut.“
Dr. Hafis meinte:
„In grauer Vorzeit muß es aber doch welche gegeben haben. Es werden eben jene zwei fremden Leute aus Bronze sein, die in jeder Stadt des Landes stehen. Entweder: ein Lackel im Nachthemd mit Eispickel in Kreuzform und drunter liest man: Zwingli; oder: ein Greis mit Basedow belästigt ein Kind: Pestalozzi. Welchen Zweck könnte es für die ‚International Alpenglühen limited‘ haben, einen Lackel im Nachthemd und einen Greis mit Basedow über das Land zu streuen? Sie erhöhen seinen Liebreiz nicht und verzinsen sich nur ungenügend.“
Aber mit greisenhafter Starrköpfigkeit ritt Porphyrio seinen ersten Einfall tot:
„Überhaupt ein europäischer Präsident,“ knurrte er, „das hat ja bloß drei Funktionen. Erstens: alle verbündeten Kaiser-, Königs- und Fürstenkinder zu Weihnachten mit Puppen zu versorgen. Zweitens: in allen zeitgenössischen Monstreskandalprozessen restlos verwickelt und auf das Schwerste kompromittiert zu sein. Endlich mindestens einmal in der Woche für das Kino bei strömendem Regen, mit triefendem Schirm und Zylinder, hinter einem berühmten Leichenwagen herzustapfen. Das ist ein Präsident — in Europa,“ fügte er mit der Miene eines Tigers, der ein Kipfel ausspuckt, hinzu.
Archie Payne schlurfte, Fäuste in den Hosentaschen, herbei. Glatt hinausgestrichen war das albinobleiche Haar aus dem eiskalten Hexengesicht des Neunzehnjährigen. Er wäre der erfolgreichste Snob Newyorks, also der Welt, geworden, hätte ihn seine explosive Frechheit nicht zuweilen wieder betrüblich zurückgeworfen — den restlos Bedientenhaften, den Geist ihrer Umgebung stets mit der Gewissenhaftigkeit von Chamäleons Widerspiegelnden, zum Gewinn.
Mit geheimnisvollem Sphinxlächeln raunte er den andern zu: