»Den Preis?« Die unruhigen Augen sahen ihn fragend an, als wollten sie diesen Preis von ihm selbst erfahren. »Da hab' ich wirklich noch nicht nachgedacht. Ja, ich weiß nicht, die Stube ist hübsch, – was giebt man denn so?«
Sie sprach wie von etwas, was sie gar nichts anging und unter ihrer Würde lag. Er lächelte und sagte: »Na, ich denke, das wird sich schon finden.«
Die Thür schloß sich und er hörte noch, wie die seltsame Vermieterin nach »Emil« rief.
›Der wird hören!‹ dachte Gastelmeier – ›diesen dicken bequemen Frosch haben Sie sich nett gezogen, verehrte Dame.‹ Er stieg die Treppe weiter hinab. Jede Etage hatte eine Thüre, von der aus drei schmale Stufen direkt auf die Haupttreppe mündeten. In der ersten Etage ging es hinter dieser Thüre sehr munter zu. Lachende Mädchenstimmen.
›Auch ein Atelier,‹ denkt Gastelmeier und steht gerade vor der Thüre.
Die thut sich auf – und Gastelmeier weiß nicht wie ihm geschieht.
›Auch ein Atelier,‹ war für eine Weile sein letzter klarer Gedanke gewesen. Etwas ist aus der Thüre gestürzt, die Stufen herabgestolpert, über ihn hingefallen. Er hat sich kaum auf den Beinen halten können, ist gegen das Geländer gepreßt, ein paar Stufen hinabgewankt mitsamt seiner Last, die auf ihn gefallen ist.
»Tante Rebella, Tante Rebella, ums Himmels willen!« ruft es aus verschiedenen Kehlen. Köpfe zeigen sich an der Thüre. Jetzt kann Gastelmeier auch wieder um sich schauen. Er ist nicht mehr beschwert. Neben ihm steht ein Mädchen, das aus dunkeln Augen ihn entsetzt anstarrt. Sie steht noch nicht wieder fest auf den Füßen – der eine hat sich ihr im Kleide verwickelt und sie hat ihn noch nicht wieder freibekommen. Aber in ihrer Rechten hoch erhoben hält sie eine große Palette voller Farben, von der im Fall ein Stück abgebrochen ist mitsamt den Farben – und das Stück liegt oder klebt vielmehr auf Gastelmeiers Schulter. Auch hat die Palette seine Wange gestreift.
»Mein Gott,« sagt das Mädchen. Thränen stehen ihr in den Augen. Sie ist dunkelrot vor Schreck.