Röse, die eben im lebhaftesten Gespräche mit ihrem Anbeter war, spitzte die Ohren, erhob sich wie im Traume, ging dem Fenster zu, blieb aber zögernd, wie unverrichteter Sache stehen und begab sich wieder auf ihren Platz.

Der junge Thon beobachtete sie.

»Schaf!« flüsterte Marie ihr zu. »Wenn sie's merken, lassen sie uns bei dem Wetter nicht fort!«

Es war etwas übermütig Glückseliges in Röses Gesicht gekommen.

Die Ratsmädel kniffen sich gegenseitig versteckt in die Arme.

Frau Rat hatte aber auch den Pfiff gehört und dachte bei sich: »Das war ja Budangs Pfiff; was lauert denn der?«

Jetzt schellte es unten.

Das sind sie! dachten Röse und Marie gleichzeitig erschreckt und sprangen beide auf, um die Haustür zu öffnen. Was ihnen denn nur einfiele! Waren sie denn des Kuckucks!

Sie trafen aber ganz etwas andres, als sie vermuteten.

Die Schopenhauerin schickte als Dessert nach dem Fasanenschmaus für Röse ein weißsamtenes Ridikül mit Perlenstickerei und mit einem Veilchenbouquet daran gebunden, etwas unsagbar Schönes, Bräutliches. Sie hatte jedenfalls nicht anders gedacht, als daß die Verlobung doch bei einem Gläschen Wein trotz alledem feierlich ausgesprochen worden sei.