»Die andern werden in der Fähre stecken,« flüsterte Marie, »wenn sie uns nur nicht erschrecken!«

Ja, sie fürchteten sich sehr! Das grelle, plötzlich hervorbrechende und wieder verschwindende Mondlicht, die schweren, schwarzen Wolken, der Sturm, der in den hohen Bäumen sauste, und dazwischen die unheimliche Stille, ohne menschlichen Laut, nur von entferntem Hundegebell unterbrochen, das Kreischen der uralten, verrosteten Wetterfahne auf der Mühle – alles bedrückte sie!

Röse versuchte einen kleinen, rhythmischen Pfiff, dem ähnlich, den der Wind vorhin durch die Wünschengasse getragen hatte; aber er kam so zaghaft zu stande, daß er wie ein Hauch verflog.

»Bis hierher wird sie doch nicht kommen?« fragte Marie kaum hörbar.

»Ach gar!« wehrte Röse mit geheucheltem Mute, und beide schmiegten sich fest aneinander.

»Sie sitzen gewiß in der Fähre und schaukeln sich,« meinte Marie. »Wir müssen ein bißchen näher. Ob der Müller ihnen wohl die Fähre los gemacht hat?«

Sie gingen vorwärts, aber sehr, sehr langsam.

»Wie die Ilm rauscht!« sagte Marie.

Jetzt pfiffen sie beide. Budang würde erklärt haben: »Scheußlich falsch.«

»Oho!« hörten sie laut rufen.