Der junge Adjutant Thon sah das wundervolle, blonde, kindliche Geschöpf vor sich, wie es so süß träumte. Und sie gehörte ihm, war sein eigen, sie war ihm versprochen!
Er war wie verdurstet, wie verschmachtet. Ein Kuß auf diese junge Wange, auf den kecken, rätselhaft schweigenden Mund schien ihm Erlösung, – das seidenweiche Haar zu streicheln Erquickung!
Und daß sie an seiner Seite so bräutlich verschämt schwieg, erschütterte ihn.
Er empfand ihre junge Liebe wie den Duft einer Blume. Ein berauschender Duft! –
Marie flüsterte Rösen ins Ohr: »Du, Röse, sie wird doch heut auch wirklich spuken?«
»Wer?« fragte Röse.
»Ach geh!«
»Wenn das so werden soll, wenn du ewig nur vor dich hin gucken willst! – Na dann –!« Marie sprach sich nicht weiter aus, schien aber entrüstet zu sein.
»Jesses,« flüsterte Röse, »wenn ich nicht gleich aufpaß! Mich freut's grad so wie dich, wenn sie spukt; vielleicht noch mehr!«
Der noch nicht offizielle Bräutigam hörte die beiden zankend miteinander tuscheln.