»Na, und?« fragten beide. »Wie war's denn da?«
»Passabel.«
»Und was sahst du denn?«
»Einmal ›Die Brüder‹, das andre Mal weiß ich's gar nimmer.«
»So? ›Die Brüder‹? Das kennen wir hier ja gar nicht!« meinten sie verwundert.
»Na, wart', nächstens gehen wir alle miteinander einmal in die Komödie, wir und Budang und die andern, da wirst du sehen, daß es hier nicht nur ›passabel‹ ist.«
Und nun erzählten sie ihrer Schwester von ihren Streichen: wie sie mit Budang, Ernst von Schiller und Horny aller Nasenlang durchs Hinterpförtchen ins Theater geschlüpft seien, – und wie herrlich das war. Sie berichteten ihr Abenteuer mit dem Großherzog Karl August, wie der sie beobachtet habe, und daß sie nun seit Jahren mit seiner Erlaubnis »unbezahlt« ins Theater gingen, fanden aber bei ihrer Schwester kein besonderes Verständnis.
Sie fühlten beide, daß die arme Schwester es kümmerlich gehabt habe, trotzdem ihre verstorbene Großmutter eine sehr gute Frau gewesen sein mußte. Die Schwester that ihnen leid.
Und als sie das nächste Mal mit Budang zusammenkamen, sagten sie ihm: »Weißt du, die ›Waben‹,« so nannten sie die Schwester, weil ihnen das gefiel, »ist eigentlich wie ein altes Weibchen aufgewachsen. Sie versteht uns gar nicht, das arme Ding. – Und so verschlossen wie sie ist! Weißt du, nichts als Pflicht und Bravheit.« Budang war auch sehr mitleidig gestimmt; sie beschlossen alle, ganz besonders »nett« mit ihr zu sein.