Röse hat auf das »Hörst du?« von Marie nicht einmal geantwortet.
Sie stecken beide feierlich in weißen Kleidern und tragen grüne Schärpen.
Grüne Schärpen sind für sie noch immer der Inbegriff von aller Schönheit und Eleganz.
»Röse! Marie! Schließt das Fenster! Gleich! – Was fällt euch ein! – Der Wind!« So ruft Frau Rat, die Mutter der Ratsmädchen, die eben ins Zimmer tritt.
Eine rührende Zartheit liegt über der schlanken Gestalt. Der Haushalt mit den wilden Mädchen und Buben, die Kriegsjahre, der überernste Gatte, die Geldsorgen, – das alles ist der fein organisierten Frau zu viel geworden.
Um sie her wachsen die Kinder urkräftig in die Höhe; sie aber hat etwas Müdes, Insichgekehrtes, als wenn sie nur bei sich selbst fände, was sie sucht.
Die beiden Mädchen schließen das Fenster, und das Glockengeläut dringt nur noch dumpf ins Zimmer.
Der Wind heult im Schornstein. Frau Rat zündet die Lichter an.
Das große Familienzimmer macht heute ein feierliches Gesicht.