„Ich glaube, Ihr denkt es wahrhaftig! Ist denn Euch nie die Idee gekommen, daß Ihr von höherer Hand, als von Eurem Flöten-Lobe, auf den Schleichwegen beschützt wurdet? O! Ihr Schelme! Ihr Diebsgesindel!“ rief der gute Fürst, auf das herzlichste lachend. „Doch laßt es Euch gesagt sein, Ihr habt Euren Landesherrn mit seiner vollen Bewilligung hintergangen. Was denkt Ihr denn? Und hintergeht ihn nur ruhig und so guten Gewissens wie bisher weiter.“
Jetzt, wo ein schöner Dank am Platze war, wußten sie beide nichts Gescheidtes zu sagen.
„Laßt das, laßt das,“ sagte Karl August liebenswürdig. „Macht es nur so fort, ich und manch anderer haben unsern Spaß gehabt und werden ihn, so Gott will, noch lange haben, wenn wir Euch Gesindel sitzen sehen. Nehmt nur Eure Plätze so, daß ich kontrollieren kann, ob Ihr auch wirklich da seid. Ich sehe Eure vergnügten Gesichter gerne im Theater, auch wenn Ihr sie auf Schleichwegen und zum Schaden unserer Kasse hineintragt.“
Die drei plauderten noch lange miteinander.
Welch eine liebenswürdige Zeit war es, in die die schönen Jahre der Ratsmädel fielen! Alle, die damals jung waren, waren gesegnet jung.
Die Ratsmädchen ließen es sich wohlschmecken im römischen Hause.
Karl August zeigte und erklärte ihnen Bilder, die an den Wänden hingen, und Röse und Marie nahmen Gelegenheit, ihrem Gönner den Kameraden Franz Horny und dessen Talent zu empfehlen.
„Ihr haltet ihn also für begabt und vielversprechend?“ fragte der Fürst liebenswürdig spöttisch.
„Ja, Hoheit,“ sagten die Mädchen einmütig.
„Dann, wenn Ihr ihn dafür haltet, werden wir uns nach dem jungen Mann umsehen.“