„Seht Ihr, Herr von Valois,“ rief Machteld erfreut aus, „daß Frauenhand auch gut Falken abrichten kann. Da kommt mein treuer Vogel mit seiner Beute zurück.“

Kaum hatte sie diese Worte ausgesprochen, als der Habicht schon mit der Schnepfe auf ihrer Hand saß.

„Gönnt mir die Ehre, das Wild aus Euern schönen Händen zu empfangen,“ bat Karl von Valois.

Bei dieser Frage wurde das Antlitz der Jungfrau traurig. Sie blickte den Ritter flehend an und sagte: „Ach, Herr von Valois, nehmt es mir nicht übel, ich habe meine erste Beute schon meinem Bruder Adolf, der da neben meinem Vater steht, versprochen.“

„Euerm Ohm Wilhelm, wollt Ihr sagen, mein edles Fräulein.“

„Nein, unserem Bruder Adolf van Nieuwland. Er ist so gut, so gefällig zu mir. Er hilft mir beim Abrichten meines Falken. Er lehrt mich Lieder und Sagen und spielt mir auf der Harfe vor. Wir haben ihn alle sehr lieb.“

Während dieser Worte hatte Karl von Valois seinen durchdringenden Blick forschend auf Machteld geheftet, doch er erkannte, daß nur Freundschaft im Herzen der Jungfrau wohnte.

„Da hat er sich diese Gunst redlich verdient,“ sagte er lächelnd, „laßt Euch nur nicht durch meine Bitte länger zurückhalten.“

Ohne sich um die Gegenwart der anderen Ritter zu kümmern, rief Machteld so laut sie konnte: „Adolf, Herr Adolf!“ Und ausgelassen wie ein Kind schwang sie ihre Schnepfe hoch in der Luft.

Auf ihren Ruf ritt der Jüngling zu ihr heran.