Solneß. Könnten Sie denn so einen Menschen lieb gewinnen?

Hilde. Ach Gott, das steht doch nicht bei einem selber, wen man lieb gewinnen soll.

Solneß (sieht sie nachdenklich an). Ach nein — das entscheidet wohl der Unhold, der in einem wohnt.

Hilde (mit einem halben Lachen). Und dann alle diese merkwürdigen Teufelchen, mit denen Sie so gut bekannt sind. Sowohl die blondhaarigen als die schwarzhaarigen.

Solneß (mit Wärme, in gedämpftem Ton). Dann wünsche ich Ihnen, daß die Teufelchen mit Schonung für Sie wählen, Hilde.

Hilde. Für mich haben sie schon gewählt. Ein für allemal.

Solneß (blickt sie tief an). Hilde — Sie sind wie ein wilder Waldvogel.

Hilde. Durchaus nicht. Ich verstecke mich nicht im Gebüsch.

Solneß. Nein, das thun Sie wohl nicht. Da sind Sie eher noch einem Raubvogel ähnlich.

Hilde. Das noch eher — vielleicht. (Mit großer Heftigkeit.) Und warum kein Raubvogel? Warum sollte ich nicht auch auf Raub ausgehen? Die Beute an mich reißen, zu der ich Lust habe? Wenn ich sie nur packen kann mit meinen Krallen. Und die Oberhand behalten.