Frau Solneß. Ach nein, Fräulein Wangel — reden wir nicht mehr von den zwei Kleinen. Über die sollen wir uns bloß freuen. Die haben es ja jetzt so gut, wie man es nur wünschen kann. Nein, es sind die kleinen Verluste im Leben, die einem wehe thun bis in die Seele hinein. Wenn man das alles verliert, was andere Leute fast für gar nichts achten.
Hilde (legt die Arme auf ihre Knie und blickt mit warmem Mitgefühl zu ihr auf). Liebste Frau Solneß — erzählen Sie mir davon.
Frau Solneß. Wie ich Ihnen sagte. Lauter Kleinigkeiten. Da verbrannten zum Beispiel alle die alten Porträts an den Wänden. Und alle die alten seidenen Kleider, die der Familie Gott weiß wie lange gehört hatten. Und die Spitzen der Mutter und der Großmutter — die verbrannten auch. Und denken Sie nur — die Schmucksachen! (Schwermütig.) Und dann alle die Puppen.
Hilde. Die Puppen?
Frau Solneß (mit thränenerstickter Stimme). Ich hatte neun wunderschöne Puppen.
Hilde. Und die verbrannten auch?
Frau Solneß. Alle miteinander. Ach, wie ich mir das zu Herzen nahm.
Hilde. Hatten Sie denn alle die Puppen aufgehoben von der Zeit an, da Sie klein waren?
Frau Solneß. Aufgehoben, nein. Ich und die Puppen, wir blieben immer beisammen.
Hilde. Nachdem Sie erwachsen waren?