Hilde. Das hätten Sie früher bedenken sollen. Jetzt ist es zu spät. Also — (sie klopft auf die Tischplatte) das Schloß auf den Tisch! Es ist mein Schloß! Gleich will ich's haben!

Solneß (mehr im Ernst, beugt sich näher zu ihr hinüber, die Arme auf dem Tisch). Wie haben Sie sich denn eigentlich das Schloß vorgestellt, Hilde?

Hildes (Blick verschleiert sich allmählich; sie starrt gleichsam in sich selbst hinein). Mein Schloß soll hoch oben liegen. Sehr hoch soll es liegen. Und frei nach allen Seiten hin. So daß ich weit hinausblicken kann — weit hinaus.

Solneß. Und ein hoher Turm soll wohl dazu gehören?

Hilde. Ein ungeheuer hoher Turm. Und ganz oben auf dem Turm ein Söller. Und auf dem will ich stehen —

Solneß (greift sich unwillkürlich an die Stirn). Daß Sie daran Gefallen finden können, in so schwindelerregender Höhe zu stehen —

Hilde. O gewiß! Gerade dort oben will ich stehen und die andern ansehen — die, die Kirchen bauen. Und Heimstätten für Mutter und Vater und die Kinderschar. Und Sie dürfen auch hinaufkommen und sich's ansehen.

Solneß (gedämpft). Darf der Baumeister zur Prinzessin hinaufkommen?

Hilde. Wenn der Baumeister will.