Hilde. Das dachte ich mir.

Solneß. Denn, sehen Sie, Hilde, droben in dem fremden Städtchen, dort konnte ich meinen Grübeleien ungestört nachhängen. Und da sah ich's denn so klar, warum er mir meine Kleinen genommen hatte. Er hatte es gethan, damit ich von nichts anderem gebunden wäre. Nicht von so was wie Liebe und Glück, verstehen Sie. Ich sollte nur Baumeister sein. Nichts anderes. Und mein ganzes Leben sollte ich damit zubringen, für ihn zu bauen. (Er lacht.) Aber daraus wurde freilich nichts.

Hilde. Was thaten Sie denn?

Solneß. Zuerst erforschte und prüfte ich mich selbst —

Hilde. Und dann?

Solneß. Dann that ich das Unmögliche. Ich wie er!

Hilde. Das Unmögliche?

Solneß. Ich hatte es niemals zuvor vertragen, hoch und frei hinaufzusteigen. Aber an dem Tage konnte ich es.

Hilde (springt auf). Ja, ja, das konnten Sie!

Solneß. Und als ich ganz oben stand und den Kranz an die Wetterfahne hängte, da sprach ich zu ihm: jetzt höre mich an, du Mächtiger! Von heute an will ich auch freier Baumeister sein. Auf meinem Gebiet. Wie du auf dem deinigen. Nie mehr will ich Kirchen für dich bauen. Nur Heimstätten für Menschen.