Pastor Manders. Nun, ich denke in erster Reihe an Männer, die so weit in unabhängiger und einflußreicher Stellung sind, daß man nicht gut unterlassen kann, ihrer Meinung ein gewisses Gewicht beizulegen.

Frau Alving. Deren giebt es hier Mehrere, die sich vielleicht daran stoßen könnten, wenn — —

Pastor Manders. Nun, sehen Sie nur! In der Stadt haben wir eine ganze Menge von dieser Sorte. Denken Sie nur an all die Anhänger meines Amtsbruders! Man könnte wirklich leicht dahin kommen es so aufzufassen, als wenn weder Sie, verehrte Frau, noch ich das rechte Vertrauen auf eine Vorsehung hätten.

Frau Alving. Aber was Sie anbetrifft, lieber Herr Pastor, so wissen Sie doch für alle Fälle selbst, daß — —

Pastor Manders. Ja, ich weiß, ich weiß; — ich habe meine gute Ueberzeugung, das ist wahr. Aber trotzdem würden wir eine falsche und unvortheilhafte Auslegung nicht hindern können. Und diese könnte wieder sehr leicht einen hemmenden Einfluß auf die Thätigkeit des Asyls üben.

Frau Alving. Nun, wenn das der Fall wäre, so — —

Pastor Manders. Und ich kann mich auch nicht gänzlich der unangenehmen, — ja, ich kann sogar sagen peinlichen Stellung verschließen, in welche ich möglicherweise kommen könnte. In den leitenden Kreisen der Stadt beschäftigt man sich viel mit dieser Asyl-Angelegenheit. Das Asyl ist ja auch theilweise zum Nutzen der Stadt errichtet, und hoffentlich wird es in nicht unbeträchtlichem Maße dazu dienen, unsere kommunalen Armen-Lasten zu erleichtern. Da ich nun aber Ihr Rathgeber gewesen bin und den geschäftlichen Theil der Sache geführt habe, so muß ich befürchten, daß die Eifersüchtigen und Neider sich zuerst gegen mich wenden würden.

Frau Alving. Ja, dem sollen Sie sich nicht aussetzen.

Pastor Manders. Gar nicht zu reden von den Angriffen, welche gewisse Blätter und Zeitschriften unzweifelhaft gegen mich richten würden —

Frau Alving. Genug, lieber Pastor Manders; diese Rücksichten sind entscheidend.