Frau Alving (langsam und sich beherrschend). Jetzt haben Sie gesprochen, Herr Pastor, und morgen sollen Sie öffentlich zum Gedächtnis meines Mannes reden. Ich werde morgen nicht sprechen; aber jetzt werde ich ein wenig mit Ihnen reden, grade so wie Sie zu mir gesprochen haben.

Pastor Manders. Natürlich, Sie wollen Entschuldigungen für Ihr Betragen vorbringen —

Frau Alving. Nein. Ich will nur erzählen.

Pastor Manders. Nun —?

Frau Alving. Alles das, was Sie hier soeben über mich und meinen Gatten und unser Zusammenleben gesagt, nachdem Sie mich, wie Sie es nennen, auf den Weg der Pflicht zurückgeführt hatten, — alles das sind Dinge, die Sie ja nicht aus eigener Anschauung kennen. Denn seit jenem Augenblick setzten Sie — unser Freund und täglicher Gast — Ihren Fuß ja nicht mehr über unsere Schwelle.

Pastor Manders. Sie und Ihr Gatte verließen die Stadt ja gleich darauf.

Frau Alving. Ja; und hier heraus sind Sie bei Lebzeiten meines Mannes nicht mehr gekommen. Erst die Geschäfte in den Angelegenheiten des Asyls zwangen Sie, mich zu besuchen.

Pastor Manders (leise und unsicher). Helene — soll dies ein Vorwurf sein, so muß ich Sie bitten zu überlegen — —

Frau Alving. — die Rücksichten, welche Sie Ihrer Stellung schuldeten; ja. Und dann war ich ja eine entlaufene Frau! Solchen rücksichtslosen Frauenzimmern gegenüber kann man niemals zurückhaltend genug sein.

Pastor Manders. Liebe — Frau Alving, dies ist eine so ungeheure Uebertreibung.