Frau Alving. Da sehen Sie die Macht des bösen Gewissens.

Pastor Manders. Des bösen —? Was meinen Sie damit?

Frau Alving. Es war mir stets, als müsse die Wahrheit doch einmal an den Tag kommen und dann geglaubt werden. Deshalb sollte das Asyl gleichsam alle Gerüchte niederschlagen und alle Zweifel aus dem Wege räumen.

Pastor Manders. Und da haben Sie gewiß Ihren Zweck erreicht, Frau Alving.

Frau Alving. Und dann hatte ich noch einen Grund. Ich wollte nicht, daß Oswald, mein geliebter Knabe, irgend eine Erbschaft seines Vaters antreten sollte.

Pastor Manders. Es ist also von Alvings Vermögen, daß — —?

Frau Alving. Ja. Die Summen, welche ich Jahr für Jahr diesem Asyl geschenkt habe, machen jenen Betrag aus, — ich habe es ganz genau ausgerechnet — jenen Betrag, welcher seiner Zeit Lieutenant Alving zu einer guten Partie machte.

Pastor Manders. Ich verstehe Sie —

Frau Alving. Das war die Kaufsumme —. Ich will nicht, daß jenes Geld in Oswalds Hände übergehe. Mein Sohn soll alles von mir empfangen.

(Oswald Alving tritt durch die zweite Thür rechts ein; Hut und Ueberrock hat er draußen abgelegt.)