ROSMER (mit Mühe). Rebekka, – bist du es selbst, – bist du es wirklich selbst, von der du dies alles erzählst!
REBEKKA. Ja, was meinst du denn, Rosmer!
ROSMER. Also darum, – von dieser Leidenschaft gestachelt, – hast du gehandelt, wie dus nennst.
REBEKKA. Es kam über mich wie ein Sturm am Meere. Wie einer jener Orkane, wie wir sie zur Winterzeit da oben im Norden haben. Er packt einen, – und reißt einen mit fort, – so weit er will. An Widerstand kein Gedanke.
ROSMER. Und dieser Sturm fegte die unglückliche Beate hinab in den Mühlbach.
REBEKKA. Ja, denn zu der Zeit wars zwischen Beate und mir ein Kampf auf Leben und Tod, – wie wenn auf einem Wrack zwei Schiffbrüchige miteinander ringen.
ROSMER. Und du warst ja die stärkste auf Rosmersholm. Stärker als Beate und ich zusammen.
REBEKKA. Dich kannt ich genügend, um zu wissen: kein Weg führte zu dir, solange du unfrei warst in deinen Verhältnissen – und in deinem Denken.
ROSMER. Aber ich begreife dich nicht, Rebekka. Du, – du selbst, – dein ganzes Verhalten – alles ist mir ein unlösbares Rätsel. Jetzt bin ich ja frei, – in meinem Denken und in meinen Verhältnissen. Du stehst nun nah an dem Ziel, das du dir von Anfang an gesetzt hattest. Und dennoch –!
REBEKKA. Nie war ich dem Ziel ferner als jetzt.