ROSMER. Hast du den Mut, – bist du bereit, – fröhlich, wie Ulrich Brendel sagte, – um meinetwillen, noch in dieser Nacht, – fröhlich, – denselben Weg zu gehn, – den Beate ging?

REBEKKA (erhebt sich langsam vom Sofa und sagt fast unhörbar). Rosmer –!

ROSMER. Ja, Rebekka, – das ist die Frage, die mir ewig durch den Kopf gehn wird, – wenn du abgereist bist. Zu jeder Stund und Minute wird sie sich einstellen. O, mir ist, als seh ich dich leibhaftig vor mir. Du stehst draußen auf dem Steg. Grad in der Mitte. Nun beugst du dich übers Geländer! Ein Schwindel packt dich, es zieht dich hinab in die rauschende Flut! Nein. Du weichst zurück. Wagst nicht, – was sie wagte.

REBEKKA. Aber wenn ich nun doch diesen Mut hätte? Und den fröhlichen Willen? Was dann?

ROSMER. Dann müßt ich dir wohl glauben. Dann müßt ich wohl den Glauben an meine Lebensaufgabe wiedergewinnen. Den Glauben an meine Fähigkeit, die Herzen der Menschen zu adeln. Den Glauben, daß die Menschenherzen adelsfähig sind.

REBEKKA (nimmt langsam ihren Schal, schlägt ihn über den Kopf und sagt mit Ruhe). Du sollst deinen Glauben wieder haben.

ROSMER. Rebekka, du hast den Mut und den Willen – zu diesem Schritt?

REBEKKA. Darüber magst du dir morgen ein Urteil bilden, – oder später, – wenn sie mich aufgefunden haben.

ROSMER (fasst sich an die Stirn). Ha! Welch verlockendes Grauen packt mich –!

REBEKKA. Denn ich möchte nicht gern da unten liegen bleiben. Nicht länger als notwendig ist. Es muß dafür gesorgt werden, daß sie mich finden.