ROSMER (ruhig). Jedenfalls hat er den Mut gehabt, das Leben nach seinem eignen Sinn zu leben. Mir scheint, das ist nicht wenig.

KROLL. Was! Solch ein Leben wie dieses! Ich glaube fast, er wäre fähig, dir noch mal den Kopf zu verdrehen.

ROSMER. Ach nein. Jetzt bin ich in jeder Beziehung mit mir im reinen.

KROLL. Gott geb es, lieber Rosmer. Denn du bist so außerordentlich empfänglich für fremde Eindrücke.

ROSMER. Setzen wir uns. Ich hab mit dir zu reden.

KROLL. Ja, setzen wir uns. (Sie setzen sich aufs Sofa.)

ROSMER (nach kurzem Schweigen). Findest du nicht, daß wir hier ein angenehmes behagliches Leben führen?

KROLL. Ja, hier ist es jetzt angenehm und behaglich – und friedlich. Du, Rosmer, hast dir eine Häuslichkeit geschaffen. Und ich hab die meine verloren.

ROSMER. Wie kannst du nur so reden, lieber Kroll? Die Wunde wird schon wieder heilen.

KROLL. Nie. Niemals. Der Stachel bleibt. Wie es war, kann es nie wieder werden.