ROSMER. Dort, wo deine Kinder stehn.

KROLL. Du? Du! Das ist ja unmöglich! Wo behauptest du zu stehn?

ROSMER. Auf derselben Seite, wo Lorenz und Hilda stehn.

KROLL (lässt den Kopf sinken). Abtrünnig. Johannes Rosmer abtrünnig.

ROSMER. Ich wäre so froh, so von Herzen glücklich gewesen über das, was du meine Abtrünnigkeit nennst. Aber ich litt furchtbar darunter. Denn ich wußte, es würde dir bittres Leid verursachen.

KROLL. Rosmer, – Rosmer! Das verwind ich niemals. (Sieht ihn traurig an.) O, daß auch du mitwirken, mit Hand anlegen kannst bei dem Werke der Zerstörung und Vernichtung in diesem unglücklichen Lande!

ROSMER. Es ist das Werk der Befreiung, an dem ich mitwirken will.

KROLL. Ach ja, ich weiß. So nennen es die Verführer und die Verführten. Aber glaubst du denn, von dem Geiste, der jetzt unser ganzes soziales Leben vergiftet, sei irgend welche Befreiung zu erwarten?

ROSMER. Ich schließe mich weder dem jetzt herrschenden Zeitgeist, noch einer der streitenden Parteien an. Ich will versuchen, von allen Seiten Menschen zu sammeln. Soviel wie möglich; und sie so fest vereinen, als ich vermag. Ich will leben und all meine Lebenskräfte dem einen Zwecke weihen, eine wahre Demokratie hier im Lande zu schaffen.

KROLL. Du bist also der Ansicht, wir hätten noch nicht Demokratie genug! Ich für meine Person finde vielmehr, wir alle miteinander sind auf dem besten Wege in den Schmutz zu geraten, worin sonst nur der Pöbel sich wohl fühlt.