ROSMER. Aha, so also verhält es sich. Jetzt versteh ich Sie.
MORTENSGAARD. Herr Pastor, – Sie dürfen nicht vergessen, daß ich – vor allem ich, – keine freie Hand habe.
ROSMER. Was bindet Sie denn?
MORTENSGAARD. Mich bindet der Umstand, daß ich ein Gebrandmarkter bin.
ROSMER. Ah, – ja so.
MORTENSGAARD. Ein Gebrandmarkter, Herr Pastor. Sie namentlich dürfen das nicht vergessen. Denn Sie vor allem waren es, der mir das Brandmal aufdrückte.
ROSMER. Hätt ich damals gestanden, wo ich nun steh, ich hätt Ihr Vergehen mit behutsamern Händen angefaßt.
MORTENSGAARD. Das glaub ich auch. Aber nun ist es zu spät. Sie haben mich ein für allemal gebrandmarkt. Gebrandmarkt für mein ganzes Leben. Nun, es ist Ihnen wohl nicht ganz klar, was so etwas zu bedeuten hat. Aber, Herr Pastor, vielleicht bekommen Sie diesen stechenden Schmerz nun selber zu fühlen.
ROSMER. Ich!
MORTENSGAARD. Ja. Denn Sie werden doch nicht glauben, daß Rektor Kroll und sein Anhang für ein Verbrechen wie das Ihrige Verzeihung kennen? Und das »Kreisblatt« soll, wie es heißt, nun sehr blutig werden. 'S kann leicht kommen, daß auch Sie ein Gebrandmarkter werden.