56. DER SCHNEEMANN.

Es hatte geschneit. Dick lag der Schnee auf Straßen und Plätzen. Die Knaben wollten sehen, wie tief er wohl sei. Sie wateten hindurch, daß der Schnee in die Stiefel fiel. "Heute wollen wir einen Schneemann bauen!" So riefen Fritz, Karl und Otto. Schnell machten sie einen großen Schneeball und wälzten ihn im tiefen Schnee herum. Bald wurde der Ball so groß, daß ihn die Knaben nicht mehr fortbringen konnten. Nun wälzten sie einen neuen Ball heran, den setzten sie auf den ersten. Oben darauf kam ein kleiner Ball, das war der Kopf des Schneemannes. In den Kopf steckte Fritz zwei Kohlen, das waren die Augen. Auch Nase und Mund, ja sogar die Rockknöpfe des Mannes wurden aus Kohlen gemacht. Nun bekam der Schneemann noch zwei Arme. In den einen Arm legten ihm die Knaben einen großen Stock.

Da stand er nun und drohte. Aber der arme Mann konnte nicht schlagen. Fortlaufen konnte er auch nicht, als ihn die jungen mit Schneebällen warfen. Doch das war noch das Schlimmste nicht! Auf einmal guckte die liebe Sonne über das Dach. Da fing der Schneemann an zu weinen. Tränen liefen ihm über das Gesicht und den weißen Pelzrock. Es war gut, daß die Sonne heute nicht noch länger schien, sonst wäre er ganz zu Wasser geworden. Morgen aber oder übermorgen wird's wohl so kommen.

57. MÄRZ.

Nach vielen trüben Tagen sehen wir den blauen Himmel wieder. Manchmal scheint auch schon die Sonne freundlich auf die Erde herab. Da muß der Winter weichen. Der Schnee fängt an, zu schmelzen, und nur noch des Nachts gibt es ein wenig Eis. An schönen Tagen läßt sich vielleicht ein Vogel hören, und ein fleißiges Bienchen fliegt umher. Auf dem Felde und im Wald sieht es aber noch recht öde aus. Nur die Weiden und Birken haben graue Kätzchen, und an den Zweigen der Ulme sind kleine Blüten. Die Kinder gehen ins Freie; sie spielen Ball oder lassen den Drachen steigen.

58. OSTERGRUSS.

Das Häschen im Walde eilt hin und her,
Nach Eiern ist heute ein großes Begehr.
Es borgt bei der Henne, es borgt bei dem Spatz
Und sucht für die Nester den passenden Platz.
Ein artiges Kindlein erhält heut' sein Ei.
Es schleppen die Häschen die Eier herbei;
Und bist du am Ostermorgen erwacht,
Hat Häschen die Nester gefüllt über Nacht.

59. DER OSTERHASE.

Bald ist es Ostern. O, wie freue ich mich, denn es kommt der Osterhase! Der bringt schöne, bunte Eier. Wir wollen ihm deshalb ein Nest zurecht machen. Oft versteckt der Osterhase die Eier. Dann müssen wir sie suchen. Zuweilen legt er sie in Hüte, Schuhe oder Körbe. Auch unter den Schrank hat er sie schon gelegt. Ja, er steckt sie uns wohl gar in die Taschen. Welche Freude, wenn wir sie finden! Erst zählen wir sie und spielen damit. Später essen wir sie; sie schmecken gut. In Washington werden am Ostermontage viele Kinder zum Präsidenten eingeladen. Sie können lange auf dem Rasen bei dem großen Hause spielen. Da gibt es dann viele und sehr schöne Ostereier. Die werden hin und her gerollt und schließlich verzehrt. Ihr möchtet auch dabei sein, nicht wahr?