81. DER HASE UND DIE SCHILDKRÖTE.

Ein flinker Hase forderte einst die langsame Schildkröte zum Wettlauf auf. Sie willigte ein, und eine große Eiche im Walde sollte das Ziel sein.

Mit den ersten Sonnenstrahlen machte sich die Schildkröte auf den Weg, der Hase aber hatte keine große Eile. Er spielte lange im Grase umher, ehe er ans Laufen dachte. Endlich sprang er fort und holte die Schildkröte wirklich ein. Da er jedoch sah, wie mühsam sie vorwärts kroch, legte er sich im Schatten eines Baumes nieder und schlief fest ein.

Als er erwachte, war es schon lange nach Mittag. Da rannte er, so rasch er konnte, den Weg entlang. Aber, siehe da, als er die Eiche erblickte, saß die Schildkröte schon darunter und lachte den Hasen, der seine Zeit verspielt und verschlafen hatte, tüchtig aus.

82. HASENBRATEN.

Auf dem Dach viel blanke Zapfen,
Zu dem Schnee viel kleine Tapfen,
Alle laufen nach dem Kohl!
Häschen, das gefällt dir wohl?
Nächtlich, bei des Mondes Schimmer,
Sitzt es dort zu schmausen immer;
Knusperknäuschen, gar nicht faul:
Ei, du kleines Leckermaul!
Häschen ist es schlecht bekommen;
Vater hat's Gewehr genommen;
Eines Abends ging es: bumm!
Bautz! da fiel das Häschen um.
Kannst du wohl das Ende raten?
Heute gibt es Hasenbraten,
Apfelmus mit Zimt dazu.
Ach, du armes Häschen du!

83. DER SCHEIN TRÜGT.

Bei einem Teiche wohnten viele Gänse. In der Nähe hatte auch ein Fuchs seinen Bau. Gar oft versuchte er, sich eine Gans oder ein Gänseküchlein zu fangen. Daher fürchteten sich diese sehr vor dem braunen Gesellen. Einst war der Fuchs sehr hungrig. "Heute muß ich mir einen fetten Braten holen!" sagte er zu sich selber.