Obschon Harbaugh beinahe ausschliesslich in englischer Sprache schrieb, war er doch von Haus aus ein sogenannter Deutsch-Pennsylvanier. In seinem väterlichen Haus wurde Pennsylvanisch-Deutsch gesprochen. Den eigenthümlichen Geist dieses Volkes saugte er von seiner frühesten Kindheit ein. Er liebte dessen Gebräuche, dessen kindlichen Sinn und dessen schlichte Frömmigkeit, und fühlte sich nirgends so wohl zu Haus als in den Familien und grossen deutschen Kirchen Ost-Pennsylvaniens. Bei seinen Besuchen unter diesem Volk bemühte er sich jedesmal, etwas aus dessen geschichtlichem Leben zu sammeln und aufzubewahren.

Die Ost-Pennsylvanier lernten ihn herzlich lieben. Wenn er predigte, strömte das Volk in Schaaren herbei. Seine Predigten waren tief und doch einfach, gründlich und doch verständlich. Er war ein Auswuchs aus ihrem eigenen Leben.

Als Pennsylvanish-deutscher Dichter musste er Bahn brechen. Man war damals noch nicht einig darüber, ob diese Sprache einen besondern Dialekt bilde. Er schrieb für das Volk in der Volkssprache, und das Volk las seine gemüthvollen Gedichte an den Feuerheerden und lachte und weinte darüber.

Sein Tod machte einen tiefen und traurigen Eindruck auf seine zahlreichen Freunde englischer und deutscher Zunge. Sonntags nach seinem Heimgang verkündete mancher Prediger der Gemeinde von der Kanzel, mit Thränen in den Augen: „Unser lieber Bruder Harbaugh ist in die Ruhe gegangen.” Nebst dem Leichen-Gottesdienst, welcher in Mercersburg gehalten worden, wurden in vielen grossen Gemeinden Ost-Pennsylvaniens, in gedrängten Kirchen, besondere Leichenreden gehalten, wo Thränen der trauernden Liebe reichlich flossen. Als ein Zeichen dieser allgemeinen Trauer geben wir folgendes Gedicht, welches damals erschien.

B. B.

ZUM A’DENKE AN Dr. HEINRICH HARBAUGH.
VOM EHRW. C. Z. WEISER.

Dei’ Harf hengt an der Wand im Eck;

Die Schpinne, die webt ’n Drauer-Deck,

Mit Schtaab schwerzt sie es aus.