»Glaubt Ihr, daß der Hetman zustimmen wird?«

»Vielleicht befiehlt er dir, zu ihm zu kommen; verlasse deshalb Raschkow nicht, von hier kommst du schneller nach Jaworowo. Ob er zustimmt? Ich weiß es nicht, aber er wird die Sache reiflich erwägen, denn du führst gewichtige Gründe an. Bei dem lebendigen Gott, das hätte ich nicht von dir erwartet; aber jetzt sehe ich, daß du kein gewöhnlicher Mensch bist, und daß dich Gott zu großen Dingen bestimmt hat. Nun, nun — Asya, Asya, Statthalter in der Lipkischen Fahne, nicht mehr, und solche Dinge im Kopfe, daß man hier erschrecken muß! Jetzt würde ich mich nicht mehr wundern, wenn ich die Reiherfeder auf deinem Kalpak und den Roßschweif über dir sehen würde; auch das glaube ich, was du sagst, daß dir diese Gedanken deine Nachtruhe aufgezehrt ... Gleich übermorgen gehe ich fort, ich will nur ein wenig ruhen, und jetzt will ich gehen, denn es ist spät und es geht mir wie ein Mühlrad im Kopfe herum. — Lebe wohl, Asya ... In den Schläfen pocht's mir, als wäre ich berauscht ... Behüte dich Gott, Asya, Sohn des Tuhaj-Bey!«

Hier drückte Bogusch die hagere Hand des Tataren und wandte sich zur Tür. Aber noch an der Schwelle blieb er stehen und sagte:

»Wie war's ... neue Heere für die Republik ... ein Schwert über dem Haupte der Kosaken ... Dorosch gedemütigt ... Zwist in der Krim ... die Macht der Türken geschwächt ... keine Überflutung der reußischen Lande mehr ---- bei Gott!«

Mit diesen Worten ging er hinaus, Asya blickte ihm noch eine Weile nach, dann sprach er leise:

»Und für mich der Roßschweif, das Szepter und ... willig oder mit Gewalt — sie! — -- sonst wehe euch!«

Dann trank er den Rest seines Branntweins und warf sich auf die mit Fellen bedeckte Pritsche, die im Winkel des Zimmers stand. Das Feuer im Kamin war erloschen, aber durch die Fenster fielen die hellen Strahlen des Mondes, der hoch am klaren Winterhimmel stand. Asya lag eine Zeitlang ruhig, aber er konnte nicht einschlafen. Endlich erhob er sich, trat ans Fenster und betrachtete den Mond, der wie ein einsamer Nachen durch die unermeßliche Einsamkeit des Himmels dahinglitt.

Der junge Tatar blickte lange hinaus; endlich drückte er die Fäuste über seine Brust zusammen, hob beide Daumen in die Höhe, und aus seinem Munde, der vor kaum einer Stunde sich zu Christo bekannt hatte, kam halb singend, halb sprechend ein melancholischer Ton: Allah il Allah, Allah il Allah — Mohammed Rossulah! ...