»Wir glauben's!« riefen alle, »danke dem Höchsten, daß du glücklich zurückgekehrt bist.«

»Ich schlich durch die Gerüste hindurch,« versetzte der Bogenschütze; »und hätte gern die Arbeiten in Brand gesteckt, aber mir fehlte der Zündstoff.«

»Weißt du wohl, Michael,« rief Ketling, »meine Lappen sind fertig, ich muß anfangen an die Gerüste zu denken; sie sollen erfahren, daß wir sie zuerst angreifen.«

»Recht so, recht so!« rief Michael.

Er selbst eilte zum Zeughaus und sandte eine neue Nachricht in die Stadt: »Muschalski ist beim Ausfall nicht getötet worden; er ist zurückgekommen, ja, er hat zwei große Kanonen vernagelt. Er war mitten unter den Janitscharen, die von Rebellion sprachen. In einer Stunde stecken wir die Holzbauten in Brand, und wenn es möglich ist, machen wir einen zweiten Ausfall.«

Noch war der berittene Bote nicht über die Brücke gekommen, als die Mauern von Kanonendonner erdröhnten. Diesmal begann das Schloß die brüllende Zwiesprache. Im blassen Lichte des Morgens flogen die flackernden Fetzen wie brennende Fahnen und fielen auf dem Gerüst nieder; die Feuchtigkeit, mit der der Nachtregen das Holz genetzt hatte, erwies sich als zu schwach, bald fingen die Bohlen Feuer und brannten in hellen Flammen. Den brennenden Lappen schickte Ketling Granaten nach. Die abgematteten Janitscharenhaufen verließen im ersten Augenblick die Schanzen. Man hörte keine Musik, der Vezier selbst kam herangeritten an der Spitze neuer Heerscharen; aber auch in sein Herz schien Verzweiflung sich eingeschlichen zu haben, denn die Paschas hörten, wie er murmelte:

»Der Kampf ist ihnen lieber als die Ruhe; — was sind das für Menschen, die in diesem Schlosse hausen!«

Unter den Soldaten aber hörte man von allen Seiten angstvoll wiederholen:

»Der kleine Hund beginnt zu beißen, der kleine Hund beißt um sich!«