»Was,« sagte er, »'s geht nichts über den kleinen Heiducken?«

»Ein reizendes Kerlchen,« versetzte Wolodyjowski, »sie macht allein für vier Soldaten Lärm in den Zimmern. Ein echter Trommler!«

»Ein Trommler? Gebe Gott, daß sie so bald als möglich deine Trommel trüge! Gute Nacht!«

»Gute Nacht! Seltsame Geschöpfe diese Frauen, hast du gesehen, wie Christine aufgeregt war, als du dich nur ein wenig Bärbchen nähertest?«

»Nein, ich habe es nicht bemerkt,« versetzte der kleine Ritter.

»Als ob ihr ein Schiff untergegangen sei.«

»Gute Nacht!« wiederholte Wolodyjowski und ging schnell in sein Zimmer.

Sagloba hatte auf das ungestüme Wesen des kleinen Ritters gezählt, er hatte sich aber ein wenig verrechnet; auch hatte er überhaupt nicht geschickt gehandelt, als er von Christinens Erregung sprach, denn Michael ward bald so davon ergriffen, daß es ihm die Kehle zusammenschnürte.

»Ich werde ihr schon ihre Freundlichkeit lohnen, ich werde es ihr lohnen, daß sie mich wie eine Schwester in der Trübsal getröstet hat,« sagte er zu sich. — »Bah, was habe ich ihr denn Böses getan?« dachte er nach einer Weile der Überlegung, »was habe ich getan? Ich habe sie drei Tage hindurch zurückgesetzt, was nicht einmal höflich war; ich habe das süße Mädchen, das geliebte Geschöpf zurückgesetzt; dafür, daß sie meine Wunden heilen wollte, habe ich sie mit Undankbarkeit genährt. Wenn ich doch verstände,« fuhr er fort, »Maß zu halten und, die gefährliche Freundschaft zügelnd, sie nicht zurückzusetzen; aber mein Witz ist dafür zu stumpf ...«

Und Michael war böse auf sich selber, und ein großes Mitleid wurde laut in seiner Brust. Unwillkürlich begann er an Christine zu denken, wie an ein geliebtes, wie an ein beleidigtes Wesen; der Zorn gegen sich selbst wuchs in ihm mit jedem Augenblick.