Das Jahr darauf, als er dreizehn war, fing er mit einer eigenen kleinen Zeitung an. Es war eine vierseitige Jungenzeitung »Jung-Amerika«, mit der er einen Absatz von 100 Stück die Woche erzielte. Er hatte eine Handpresse um zwölf Schilling gekauft und machte gute Fortschritte, als ein Feuer ihm alles vernichtete. Keine Versicherung deckte den Schaden: »Jung-Amerika« ging in Rauch auf.
Hierauf arbeitete er sechs Jahre in einem Kleiderladen. Während dieser Zeit tat er nichts Bemerkenswertes und war sich offenbar seiner eigenen Natur und seiner Fähigkeiten nicht bewußt.
Mit 20 Jahren kehrte er zur Presse zurück. Er bekam eine Stellung als Anzeigenakquisiteur für eine halbtote Zeitung in Boston. Eines Tages bot ihm der entmutigte Eigentümer die Zeitung für 150 Pfund Sterling an. Curtis lehnte ab. »Allright,« sagte der Eigentümer, »Sie können sie auch umsonst haben.«
Curtis nahm sie und wünschte fünf Jahre lang, er hätte es nicht getan. Es war hoffnungslos. Mit 25 Jahren gab er sie auf, verheiratete sich und übersiedelte nach Philadelphia.
Es war seine Heirat, die ihm seinen ersten Erfolg einbrachte. Er hatte eine andere Zeitung begonnen — die »Tribüne« —, und eines Tages lenkte seine Frau seine Aufmerksamkeit auf die sogenannte Frauenbeilage. »Wer hat das geschrieben?«, fragte sie. »Ich«, erwiderte Curtis. »Es ist vollkommen lächerlich«, sagte sie.
»Gut,« sagte der kluge Curtis, »vielleicht ist es so. Willst du eine Seite für mich schreiben?«
Sie tat es. Ihre Seite wurde sofort die beste in der Zeitung. Bald wurde sie zur ganzen Zeitung, die darauf »Ladies’ Home Journal« genannt wurde. Heute hat sie, wie gesagt, eine Auflage von zwei Millionen und ist unter allen Frauenzeitungen die führende.
Curtis entdeckte bald, daß sein Geschäft für sein Kapital zu schnell gewachsen war. Er brauchte viel mehr, als die Banken ihm geben wollten.
Der Mann, der ihm zu Hilfe kam, war N. W. Ayer, ein Anzeigenagent. Ayer war der erste Mann, der Curtis nach seinem wahren Werte einschätzte. Er lieh ihm nicht nur 50 000 Pfund Sterling, sondern girierte ihm auch einen Wechsel an die Papierfabrik über weitere 25 000 Pfund Sterling.
In achtzehn Monaten hatte Curtis ihm den ganzen Betrag zurückgezahlt, und als Ergebnis der guten Tat ist die N. W. Ayer-Gesellschaft heute