Im verdorbenen Mehle des Weizens und Roggens findet man häufig die gefiederte Mehlmilbe (Acarus plumiger), seltener die gemeine Mehlmilbe (Acarus Farinae), ferner Vibrionen, wie das Weizenschlängelchen (Vibrio Tritici). Die gemeine Mehlmilbe findet sich häufiger in dem Mehle der Hülsenfruchtsamen und unterscheidet sich von der gefiederten nur dadurch, dass sie an Stelle der federartigen Haare mit einfachen Borsten besetzt ist.

[Fig. 86.]

Mehlmilbe,
100mal vergr.

[Fig. 87.]

Weizenschlängelchen,
120mal vergr.

Kartoffelpilz.

Kartoffelpilz, Peronospora devastatrix, Peronospora infestans, ein parasitischer Pilz und die Ursache der Kartoffelfäule oder Kartoffelkrankheit, giebt sich im Juni bis Mitte Juli durch braune Flecke auf den Blättern des Kartoffelkrautes und durch einen schwachen weissen Schimmel auf der Unterfläche der Blätter zu erkennen. Die braunen Flecke werden durch ein Mycelium (Trieblager) verursacht, dessen Fäden (Hyphen) auf der Unterfläche, bei feuchter Witterung auch an der Oberfläche des Blattes, durch die Spaltöffnungen hervortreten und das Ansehen eines zarten Schimmels darbieten. Die Mycelienfäden verästeln sich ausserhalb der Blattfläche und bilden an der Spitze dieser Aeste Sporangien (Sporenbehälter), welche reif geworden abfallen, sich bei Gegenwart von Feuchtigkeit ihrer Sporen in Portionen durch eine Oeffnung an ihrer Spitze entledigen. Die Portionen Sporen bilden sich in Schwärmsporen um, verlieren aber bald ihre Wimpern und gestalten sich zu kugeligen Gebilden, welche sofort zu keimen beginnen. Die Keime dringen durch die Epidermis anderer Theile der Kartoffelpflanze und erzeugen ein neues Mycelium.

[Fig. 88.]