Spindelförmige Steinzellen der Samenhaut des Kaffeesamens.
Ein Stück des Gewebes aus dem Samenkörper des Kaffees.
Die mikroskopische Untersuchung hat nur beim gemahlenen Kaffee einen Zweck. Man zerreibt eine kleine Menge zu einem höchst feinen Pulver und prüft es unter dem Objectiv. Dann extrahirt man dieses Pulver mit Aether, zur Entfernung des Fettes, und nach der optischen Prüfung extrahirt man auch noch mit Wasser oder verdünntem Spiritus und prüft wiederum, gleichzeitig parallele Experimente mit echtem gutem Kaffee vornehmend. Waren an der Kaffeebohne, in der Samenspalte, noch Reste der Samenhaut, so wird man in dem feinen Pulver des gebrannten Kaffees auch gelbliche dickwandige spindelförmige, mit zahlreichen Porenkanälen versehene Steinzellen wahrnehmen. Zuweilen sind diese Zellen nur in einigen wenigen Exemplaren vertreten. Das Gewebe des Eiweisskörpers ist in grösster Menge vertreten. Die Zellen derselben sind vieleckig, dickwandig und reichliche Porenkanäle zeigend. Die Zellen enthalten formlose Eiweissmassen, Stärkemehl, Glykose, Kaffeegerbsäure, Oeltröpfchen. Das Stärkemehl ist in nur höchst geringer Menge vertreten. Wenn man das Object mit Jodlösung befeuchtet, so färbt sich das Stärkemehl dunkelblau, während Zellgewebe und Eiweiss gelblich, die Fetttröpfchen dunkler gelb oder grünlich erscheinen. Macht man gleichzeitig optische Versuche mit echtem Kaffeepulver, so erlangt man auch sofort Anhaltspunkte zur Erkennung von Gewebeelementen, die nicht dem Kaffee angehören.
Kaffee und Cichorienkaffee.
a reiner Kaffee, b Cichorienkaffee. 100–120fache Vergr.