Es gehörte zur Befriedigung ihrer Eitelkeit, und sie geriet dadurch in die Lage, mit den adligen Gutsbesitzern der Umgegend in Berührung zu gelangen.
Nur kein Stillstand, keine Einförmigkeit, keine Langeweile! Jeder Tag mußte etwas Besonderes bringen, mußte in seiner Art ein Festtag sein.
Klamm hatte sich zunächst ihren Plänen widersetzt. Es widerstrebte ihm, den Besitz bei Dresden, der so lange Eigentum der Familie gewesen, auf dem auch er gearbeitet und so mancherlei gefördert hatte, zu veräußern.
„Wer weiß, was wir wieder erhalten! Bei Güter- und Pferdekäufen das
Richtige treffen, ist sehr schwer! Wie nun? Wenn wir für schönes Gold
Kupfer einhandeln? Wir wollen doch dein Vermögen zusammenhalten,“ hub er
morgens beim Frühstück an.
„Warum sprichst du immer von ‚meinen‘ Vermögen?“ fiel ihm Adelgunde in die Rede. „Warum sagst du nicht: ‚unser‘ Vermögen?“
„Weil es dein Geld ist, was gewagt werden soll —“
„Du hast doch auch mein Geld — wenn du auf dieser Unterscheidung bestehst — an dem Knoopschen Zeitungsunternehmen gewagt und bist voll Vertrauen! Weshalb sollten wir denn grade hierbei getäuscht werden?
„Andere Menschen kaufen auch Güter und machen einen guten Handel. Es giebt doch zuverlässige Leute und auch Sachverständige. Wir können doch letztere zu Rate ziehen.“
„Hm — Ja, es ist möglich! Aber wer kauft uns den Besitz bei Dresden ab?
Und wenn — wer bezahlt ihn uns so, wie wir ihn schätzen?“
„Das ist denn auch kein Unglück. Wir können ihn ja auch zur Not behalten! Behalten wir ihn doch überhaupt, und erwerben wir uns ein hübsches Gut im Oderbruch oder in noch größerer Nähe von Berlin dazu.“